Die passende Kartongröße ergibt sich aus dem Innenmaß, also aus den Maßen der Ware zuzüglich einer Zugabe für Polstermaterial. Für empfindliche Ware sind das 6 cm auf jeder Seite und damit 12 cm auf jedes der drei Maße. Danach folgen die Wahl der Wellpappensorte und der Abgleich des Außenmaßes mit den Grenzen des Versanddienstleisters.
Warum die richtige Kartongröße wichtig ist
Ein Karton hat zwei Aufgaben. Er hält die Ware während des Transports an ihrem Platz und er nimmt den Druck auf, der beim Stapeln von oben wirkt. Beides gelingt nur, wenn die Größe zum Inhalt passt.
Ist der Karton zu groß, entstehen Hohlräume. Die Ware verrutscht, schlägt gegen die Wände und benötigt mehr Polstermaterial, um überhaupt fixiert zu werden. Bei stapelbaren Sendungen kommt ein weiterer Effekt hinzu: In einem zu großen Karton trägt der Inhalt nichts zur Stabilität bei, sodass allein die Wellpappe die Last aufnehmen muss.
Auch auf die Kosten wirkt die Größe, allerdings je nach Tarif unterschiedlich. Bei Express- und Speditionstarifen geht das Volumen über das Volumengewicht unmittelbar in den Preis ein. Im nationalen Pakettarif von DHL wird dagegen kein Volumengewicht angesetzt. Dort wirkt die Größe über die Maßgrenzen und über die Frage, ob eine Sendung als reguläres Paket angenommen wird. Die Einzelheiten erklärt der Lexikoneintrag zum Volumengewicht.
Ist der Karton zu klein, stehen die Deckelklappen ab und schließen nicht bündig. Das Klebeband haftet dann nur auf einem Teil der Fläche, der Deckel wölbt sich nach oben und die Kanten geraten unter Dauerspannung. Solche Sendungen können sich im Umschlagbetrieb öffnen.
Länge, Breite und Höhe: die genormte Reihenfolge
Kartonmaße werden in einer festen Reihenfolge angegeben. Für die Messung steht der Karton aufgerichtet und offen, die Öffnung zeigt nach oben.
- Länge (L): die längere der beiden Seitenkanten an der Öffnung.
- Breite (B): die kürzere der beiden Seitenkanten an der Öffnung.
- Höhe (H): der Abstand vom Boden bis zur Öffnungskante.
Im Verpackungshandel ist die Angabe in Millimetern üblich, im Versand dagegen häufig die in Zentimetern. Ein Karton mit 400 x 300 x 200 mm entspricht also 40 x 30 x 20 cm.
Innenmaß und Außenmaß unterscheiden
Kartons werden im Regelfall mit dem Innenmaß angegeben, weil dieses den nutzbaren Raum beschreibt. Das Außenmaß entsteht aus dem Innenmaß zuzüglich der Materialdicke auf zwei gegenüberliegenden Seiten. Bei einwelliger Wellpappe liegt die Wandstärke je nach Welle bei rund 1,5 bis 5,5 mm, bei zweiwelliger Wellpappe zwischen etwa 4 mm für die feine EB-Kombination und 8 mm für BC oder AC. Die Wandstärke liegt jeweils etwas über der reinen Wellenhöhe, weil die Deckenpapiere hinzukommen.
Ein Karton aus BC-Wellpappe mit dem Innenmaß 400 x 300 x 300 mm misst außen daher rund 414 x 314 x 314 mm. Für die Ware zählt das Innenmaß, für Porto, Palettierung und Lagerfläche das Außenmaß. Welche Rolle die einzelnen Seitenmaße im Versand spielen, beschreibt der Beitrag zur Kantenlänge.
Spielmaß für formstabile Ware einplanen
Innenmaße sind Nennmaße mit Fertigungstoleranz. Dazu kommen die Radien an den Innenecken und das Aufbauen der Klappen beim Schließen. Formstabile, nicht komprimierbare Ware braucht deshalb zusätzlich zum Polster rund 3 bis 5 mm Spiel je Achse. Wer den Karton exakt auf die Maße einer starren Ware bestellt, erhält häufig ein Format, das sich nicht mehr sauber schließen lässt.
Kartongröße berechnen: fünf Schritte zum Innenmaß
- 1Ware messen: Länge, Breite und Höhe an der jeweils größten Ausdehnung abnehmen, einschließlich der Griffe, Füße und Überstände. Bei mehreren Artikeln zuerst die Packlage festlegen und anschließend den Stapel als Ganzes messen.
- 2Polsterzugabe addieren: Zu jedem Maß die Zugabe für beide Seiten hinzurechnen. Bei 6 cm Polster rundum kommen also 12 cm auf jedes der drei Maße.
- 3Innenmaß festlegen: Das errechnete Maß auf die nächste verfügbare Standardgröße aufrunden. Standardformate sind in der Regel günstiger als Sonderanfertigungen und kurzfristig verfügbar.
- 4Wellpappensorte wählen: Gewicht, Empfindlichkeit und Stapelhöhe bestimmen, ob einwellige oder zweiwellige Wellpappe erforderlich ist.
- 5Außenmaß prüfen: Das Außenmaß mit den Maßgrenzen und dem zulässigen Gurtmaß des Versanddienstleisters abgleichen, bevor eine größere Menge bestellt wird.
Wie viel größer als die Ware muss der Karton sein?
Die Zugabe für Polstermaterial entscheidet darüber, ob ein Stoß auf die Kartonwand die Ware erreicht. Im Verpackungsleitfaden für Express-Sendungen, gültig ab 2026, nennt DHL einen Abstand von 6 cm zwischen Sendungsinhalt und allen Kartonwänden. Dieser Wert dient als Orientierung für empfindliche Güter.
Für formstabile und unempfindliche Ware genügt eine geringere Zugabe. Bei Büchern, Textilien oder verschraubten Metallteilen reicht eine Zugabe, die das Verrutschen im Karton verhindert. Für Glas, Keramik, Elektronik und alles, was einen Sturz aus Brusthöhe nicht übersteht, ist die volle Zugabe angebracht.
Ein Rechenbeispiel: Eine Ware misst 30 x 20 x 12 cm. Mit 6 cm Polster auf jeder Seite ergibt sich ein erforderliches Innenmaß von 42 x 32 x 24 cm und damit ein Volumen von 32.256 cm³. Mit 3 cm Polster wären es 36 x 26 x 18 cm und 16.848 cm³. Die vollständig gepolsterte Variante beansprucht rund das 1,9-Fache an Volumen, was sich im Materialverbrauch und bei volumenabhängigen Tarifen auch im Preis bemerkbar macht.
Polstermaterial wirkt nur, solange es unter Druck nicht vollständig zusammenfällt. Locker eingelegtes Papier sackt bei mehrfachem Umschlag zusammen und hinterlässt genau die Hohlräume, die es füllen sollte. Entscheidend ist ein Polster, das die Ware auch dann noch von der Kartonwand fernhält, wenn es sich unter Last gesetzt hat.
Welches Material sich für welchen Zweck eignet, vergleicht der Beitrag zu den Paket-Füllmaterialien.
Leerraumquote nach der EU-Verpackungsverordnung
Die EU-Verpackungsverordnung PPWR, Verordnung (EU) 2025/40, begrenzt in Artikel 24 die Leerraumquote von Transport-, Um- und Versandverpackungen auf 50 Prozent. Die Vorgabe greift ab dem 1. Januar 2030 oder drei Jahre nach Inkrafttreten der zugehörigen Durchführungsrechtsakte, je nachdem, welcher Zeitpunkt später liegt. Diese Rechtsakte legen auch die Berechnungsmethode fest. Polstermaterial zählt grundsätzlich zum Leerraum. Ausgenommen vom Anwendungsbereich sind Mehrwegverpackungen und Verkaufsverpackungen, die unmittelbar als Versandverpackung genutzt werden. Ob eine größere Verpackung aus Gründen des Produktschutzes gerechtfertigt ist, richtet sich nach den Minimierungskriterien in Artikel 10 der Verordnung.
Kartongrößen im Überblick: gängige Standardmaße
Die folgenden Innenmaße decken einen großen Teil des Versandalltags ab. Das Volumen hilft beim Abschätzen, wie viel in ein Format hineingeht.
| Innenmaß (mm) | Volumen | Typischer Inhalt |
|---|---|---|
| 200 x 150 x 100 | 3,0 Liter | Kleinteile, Kosmetik, Zubehör |
| 300 x 200 x 150 | 9,0 Liter | Bücherstapel, Schuhkarton, Elektronik |
| 340 x 240 x 45 | 3,7 Liter | Flache Sendungen im Maxibriefformat |
| 400 x 300 x 200 | 24,0 Liter | Bekleidung, Haushaltsartikel |
| 400 x 300 x 300 | 36,0 Liter | Voluminöse Einzelartikel |
| 500 x 400 x 300 | 60,0 Liter | Sammelsendungen, Mehrfachbestellungen |
| 600 x 400 x 400 | 96,0 Liter | Großvolumige, leichte Ware |
Das Raster 600 x 400 mm und seine Teiler 400 x 300 mm und 300 x 200 mm gehen ohne Rest auf die Europalette mit 1.200 x 800 mm auf. Wer regelmäßig palettiert, nutzt die Ladefläche mit diesen Formaten vollständig aus und erhält einen stabileren Stapel. Für ganze Palettenladungen kommen Palettencontainer infrage.
Welche Größe hat ein Umzugskarton?
Umzugskartons folgen einem eigenen Raster. Gängig sind Innenmaße um 480 x 320 x 360 mm mit rund 55 Litern, um 590 x 318 x 323 mm mit rund 61 Litern und um 650 x 350 x 370 mm mit rund 84 Litern. Sie sind aus zweiwelliger BC-Wellpappe gefertigt und mit Grifflöchern versehen, damit sie sich auch gefüllt tragen lassen. Für Bücher und andere schwere Güter gibt es ein kleineres Format um 400 x 320 x 330 mm mit rund 42 Litern, weil ein voll gepackter großer Karton schnell zu schwer wird. Die Formate finden sich unter Umzugskartons.
Welcher Karton passt zu DIN A4?
Ein Blatt DIN A4 misst 210 x 297 mm. Damit es flach liegt, braucht der Karton ein Innenmaß von mindestens 310 x 220 mm. Für Kataloge, Druckerzeugnisse und flache Warensendungen eignen sich Großbriefkartons mit bis zu 20 mm Höhe und Maxibriefkartons mit bis zu 50 mm Höhe, weil sie die Briefmaße der Deutschen Post einhalten und dadurch günstiger versendet werden können als ein Paket. Zu beachten sind dabei die Gewichtsgrenzen von 500 g beim Großbrief und 1.000 g beim Maxibrief, die bei Papier schneller erreicht sind als die Höhengrenze.
Wenn keine Standardgröße passt: drei Wege
Zwischen zwei Standardgrößen bleibt regelmäßig eine Lücke.
Höhenriller nutzen
Viele Versandkartons besitzen im Seitenteil zusätzliche Rilllinien. An diesen Linien lässt sich der Karton auf eine geringere Höhe knicken oder kürzen. Ein Format deckt so mehrere Füllhöhen ab, das Lager kommt mit weniger Kartonformaten aus.
Bauform wechseln
Für einen Teil des Sortiments eignen sich andere Bauformen besser als der klassische Faltkarton. Flache Sendungen kommen in Versandtaschen aus Wellpappe oder Buchverpackungen, die sich der Höhe des Inhalts anpassen. Lange und schmale Güter gehören in Versandhülsen. Flaschen und andere bruchgefährdete Einzelstücke laufen sicherer in Flaschen-Versandkartons mit Einlage. Bei hohem Sendungsaufkommen verkürzen Automatikboden-Kartons die Aufrichtzeit.
Sonderformat fertigen lassen
Kehrt eine Sendungsgröße regelmäßig wieder und passt kein Standardmaß dazu, rechnet sich ein Sonderformat. Kartons nach Maß werden auf das benötigte Innenmaß gefertigt und sparen bei jedem einzelnen Versand Volumen und Polstermaterial. Ab einer bestimmten Stückzahl gleicht diese Ersparnis den höheren Stückpreis aus.
Wellpappensorte und Wellenart passend zur Größe
Mit der Größe wächst die Anforderung an das Material. Ein kleiner Karton bleibt auch aus einwelliger Wellpappe formstabil, weil die Flächen kurz sind. Bei großen Flächen beult die Wand leichter aus, sodass eine zweite Welle sinnvoll wird. DHL empfiehlt für zerbrechliche oder schwere Gegenstände Kartons aus zweiwelliger oder dreiwelliger Wellpappe.
Die Wellenart bestimmt Dicke und Steifigkeit der Wellpappe. DIN 55468-1 legt die Wellenhöhen fest:
| Welle | Wellenhöhe | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| F-Welle | 0,6 bis unter 1,0 mm | Feine Verkaufsverpackungen mit hoher Druckqualität |
| E-Welle | 1,0 bis unter 1,9 mm | Maxibriefkartons, flache Versandverpackungen, Faltschachteln |
| B-Welle | 2,2 bis unter 3,1 mm | Standardversandkartons für leichte bis mittlere Ware |
| C-Welle | 3,1 bis unter 4,0 mm | Versandkartons mit höherer Stauchfestigkeit |
| A-Welle | 4,0 bis unter 5,0 mm | Voluminöse, leichte Güter mit hohem Polsterbedarf |
Zur Wellenhöhe kommen die Deckenpapiere hinzu, die fertige Wellpappe ist also etwas dicker als die Welle allein. Für zweiwellige Kartons werden zwei Wellen kombiniert, häufig B mit C für stabile Versandkartons oder E mit B für dünnwandige Formate im Onlinehandel. Welchen Einfluss die Deckschichten haben, erklärt der Beitrag zu Kraftliner und Testliner.
- Einwellige Kartons: leichte bis mittelschwere Ware, kurze Transportwege, geringe Stapelhöhe. Einwellige Kartons decken den größten Teil des Standardversands ab.
- Zweiwellige Kartons: schwere, zerbrechliche oder hochwertige Ware, lange Transportwege und Sendungen, die im Stapel unten liegen. Zweiwellige Kartons nehmen deutlich mehr Stapeldruck auf.
Im Handel werden Wellpappen zusätzlich als Sorten bezeichnet, etwa 1.20 für eine leichte einwellige und 2.60 für eine kräftige zweiwellige Qualität. Die erste Ziffer nennt die Zahl der Wellen, die folgende Zahl steht für die Festigkeitsklasse. Verglichen werden die Sorten über den Kantenstauchwiderstand nach DIN EN ISO 3037 und über den Stapelstauchwiderstand der fertigen Schachtel nach DIN EN ISO 12048.
Die Wellen einer Faltkiste laufen senkrecht, also parallel zur Höhe. In dieser Richtung nimmt der Karton den Stapeldruck auf. Wird ein Zuschnitt gedreht oder ein Sonderformat quer ausgelegt, sinkt der Stapelstauchwiderstand erheblich, obwohl sich am Material nichts ändert.
Maximale Paketmaße bei DHL und Hermes
Steht das Außenmaß fest, folgt der Abgleich mit dem Versanddienstleister. Neben den Einzelmaßen arbeiten die Dienstleister mit dem Gurtmaß.
Gurtmaß = längste Seite + 2 x Breite + 2 x Höhe. Ein Karton mit 50 x 40 x 30 cm kommt damit auf 50 + 80 + 60, also 190 cm.
Für den nationalen Versand gelten bei DHL die folgenden Einzelmaße. Als Mindestmaß sind 15 x 11 x 1 cm vorgegeben, kleinere Sendungen laufen als Brief oder benötigen eine Umverpackung.
| Produkt | Maximale Maße | Höchstgewicht |
|---|---|---|
| Päckchen S | 35 x 25 x 10 cm | 2 kg |
| Päckchen M und Paket 2 kg | 60 x 30 x 15 cm | 2 kg |
| Paket 5 kg | 120 x 60 x 60 cm | 5 kg |
| Paket 10 kg | 120 x 60 x 60 cm | 10 kg |
| Paket 20 kg | 120 x 60 x 60 cm | 20 kg |
| Paket 31,5 kg | 120 x 60 x 60 cm | 31,5 kg |
Die Maßangaben in der Tabelle beziehen sich auf die Einzelseiten. Zusätzlich gilt in jeder Klasse das Gurtmaß.
Für die Kartonwahl entscheidend ist, dass das zulässige Gurtmaß am Gewicht hängt. Bis 20 kg sind höchstens 300 cm erlaubt, innerhalb Deutschlands und in die EU. Erst in der Klasse bis 31,5 kg im Inland sind 360 cm zulässig. Wer die Einzelmaße mit 120 x 60 x 60 cm voll ausreizt, landet bei genau 360 cm und braucht dafür die oberste Gewichtsklasse. Für leichtere Sendungen bleibt bei voller Länge ein Querschnitt von 45 x 45 cm, was zusammen 300 cm ergibt. Die Maße der Päckchenformate stehen ausführlich in der Übersicht zum DHL Päckchen.
Sperrgut ist eine eigene Kategorie und wird über andere Kriterien bestimmt. Dazu zählen die Überschreitung der Höchstmaße in mindestens einer Dimension, eine weder quader- noch rollenförmige Gestalt, abstehende Teile, eine Verpackung aus anderem Material als Pappe oder Papier sowie unverpackte Gepäckstücke. Bei quaderförmigem Sperrgut sind höchstens 200 cm Länge zulässig, das Gurtmaß darf 360 cm nicht überschreiten. Worauf es beim Verpacken solcher Sendungen ankommt, beschreibt der Beitrag zum Verpacken von Sperrgut.
Hermes staffelt die Größen nach einem anderen Prinzip. Dort werden die längste und die kürzeste Seite addiert.
| Paketklasse | Längste plus kürzeste Seite | Höchstgewicht |
|---|---|---|
| Päckchen | bis 37 cm | 25 kg |
| S-Paket | bis 50 cm | 25 kg, bei Abholung 31,5 kg |
| M-Paket | bis 80 cm | 25 kg, bei Abholung 31,5 kg |
| L-Paket | bis 120 cm | 25 kg, bei Abholung 31,5 kg |
| XL-Paket | bis 150 cm | 31,5 kg |
| XXL-Paket | bis 200 cm, dritte Seite bis 50 cm | 31,5 kg |
XL und XXL werden nur mit Haustürzustellung oder über den Abholservice befördert. Für diese beiden Klassen gilt zusätzlich ein Höchstvolumen von 450 Litern.
Die genannten Werte geben den Stand vom August 2026 wieder. Maßgeblich sind immer die aktuellen Beförderungsbedingungen des jeweiligen Anbieters, die sich ändern können.
Weitere Ansätze zur Kostensenkung beschreibt der Beitrag zur portooptimierten Versandverpackung.
Häufige Fehler bei der Kartonwahl
- Nur ein Format im Lager: Ein einziger Kartontyp für ein breites Sortiment führt bei kleinen Artikeln zu großen Hohlräumen und hohem Polsterverbrauch.
- Zu viele Formate im Lager: Ein zu fein abgestuftes Sortiment erhöht Bestellaufwand, Flächenbedarf und Fehlerquote beim Packen. Ein überschaubares, abgestuftes Größenraster verringert diesen Aufwand.
- Stapeldruck übersehen: Ein Karton, der einzeln stabil wirkt, kann unter mehreren Lagen im Wechselbehälter nachgeben. Entscheidend sind Wellpappensorte und Wellenrichtung.
- Gurtmaß ungeprüft: Breite und Höhe gehen doppelt in das Gurtmaß ein. Ein Karton kann daher alle Einzelmaße einhalten und die Gurtmaßgrenze trotzdem überschreiten.
Kartons in der passenden Größe finden
Wer das benötigte Innenmaß kennt, findet über den Karton Finder das passende Format nach Maßen. Die Sortimente sind nach Kartonlänge gegliedert, sodass sich eine Größe gezielt eingrenzen lässt.
- Einwellige Kartons in Längen ab 100 mm.
- Zweiwellige Kartons in Längen ab 200 mm.
- Umzugskartons mit Grifflöchern für schwere Ware.
- Maxibriefkartons und Großbriefkartons für flache Sendungen in Briefformaten.
- Füll- und Polstermaterial für die Zugabe zwischen Ware und Kartonwand.
Häufige Fragen zur Kartongröße
Warum ist mein Karton außen größer als bestellt?
Angegeben wird im Verpackungshandel das Innenmaß. Außen kommt auf zwei gegenüberliegenden Seiten die Materialdicke hinzu, bei einwelliger Wellpappe rund 1,5 bis 5,5 mm je Wand, bei zweiwelliger etwa 4 bis 8 mm. Für Porto und Gurtmaß zählt immer das Außenmaß.
Welche Kartongröße passt für ein DHL Paket?
Für Pakete gelten höchstens 120 x 60 x 60 cm und mindestens 15 x 11 x 1 cm. Das zulässige Gurtmaß richtet sich nach dem Gewicht: 300 cm bis 20 kg, im Inland 360 cm bis 31,5 kg. In der 20-kg-Klasse bleiben bei voller Länge damit 45 cm für Breite und Höhe. Für die Päckchenformate gelten 35 x 25 x 10 cm und 60 x 30 x 15 cm.
Welche Größe wählen, wenn die Ware zwischen zwei Standardformaten liegt?
In diesem Fall wird das nächstgrößere Format genommen und die verbleibende Differenz mit Polstermaterial ausgeglichen. Besitzt der Karton Höhenriller, lässt sich die Höhe auf das tatsächliche Maß kürzen. Wiederholt sich die Größe regelmäßig, ist ein Sonderformat die wirtschaftlichere Lösung.
Wie viele Kartongrößen braucht ein Versandlager?
Ein abgestuftes Raster aus wenigen Formaten deckt die meisten Sortimente ab. Dabei helfen Höhenriller, weil sich ein Format auf mehrere Füllhöhen kürzen lässt. Ein am Palettenraster ausgerichtetes Sortiment vereinfacht zusätzlich die Palettierung.
Gilt das Gurtmaß auch für Palettensendungen?
Nein. Das Gurtmaß gehört zum Paketversand. Palettierte Sendungen laufen als Stückgut über Speditionen, dort entscheiden Ladehöhe, Stellfläche und Frachtgewicht. Für die Kartonwahl bleibt bei Palettensendungen vor allem der Stapelstauchwiderstand maßgeblich.
Zählt bei mehreren Artikeln in einem Karton das Einzelmaß?
Nein. Zuerst wird die Packlage festgelegt, also die Anordnung der Artikel im Karton. Anschließend wird der fertige Stapel als Ganzes gemessen und darauf die Polsterzugabe gerechnet. Zwischen den Artikeln gehört zusätzlich eine Trennlage, wenn sich die Oberflächen berühren würden.