Geschenke verpacken gelingt mit wenigen Handgriffen, sobald die Papiermenge stimmt und die Reihenfolge der Falten klar ist. Für ein eckiges Geschenk genügen Papier, Klebestreifen und eine Schere. Runde und unförmige Geschenke verlangen jeweils einen eigenen Kniff. Für den Versand kommt ein weiterer Schritt hinzu.
Was zum Verpacken gebraucht wird
Die Ausstattung bleibt überschaubar. Vor dem ersten Handgriff bereitgelegt, erspart sie die Suche nach der Schere, während das Papier unter Spannung liegt.
- Geschenkpapier: Rollenware ab etwa 70 cm Breite deckt die meisten Formate ab. Bei kräftigen Motiven auf die Laufrichtung des Musters achten, damit es an der Oberseite gerade steht.
- Klebestreifen: Doppelseitige Streifen bleiben unsichtbar, einseitiges Klebeband geht schneller. Für Papier mit rauer Oberfläche eignet sich Klebeband mit stärkerer Haftung.
- Schere und Lineal: Ein gerader Schnitt entscheidet über das Ergebnis an der Oberseite. An einer Tischkante entlanggeführt, gelingt der Schnitt auch ohne Lineal.
- Geschenkband und Anhänger: Beides kommt zum Schluss und verdeckt zugleich die Stelle, an der die Falten zusammenlaufen.
- Eine Schachtel für Unförmiges: Alles, was keine gerade Fläche hat, wird zuerst in eine Schachtel gelegt und dann eingeschlagen.
Eine freie Tischfläche von etwa einem Meter Breite reicht aus. Auf einem zu kleinen Untergrund rutscht das Papier beim Umschlagen weg, und die Falten verziehen sich.
Die richtige Papiermenge berechnen
Der häufigste Fehler beim Verpacken ist ein zu knapp zugeschnittenes Papier. Aus den Maßen des Geschenks lässt sich der Bedarf vorab bestimmen, sodass nur einmal geschnitten werden muss.
- Papierbreite: zweimal die Breite plus zweimal die Höhe des Geschenks, dazu rund 2 cm für die Überlappung. Diese Kante läuft später um das Geschenk herum.
- Papierlänge: die Länge des Geschenks plus an jeder Stirnseite etwa drei Viertel der Höhe. Weniger reicht nicht, um die Seitenfalten sauber zu schließen, mehr staucht sich.
Ein Beispiel: Ein Karton misst 30 × 20 × 10 cm. Die Papierbreite ergibt sich aus 2 × 20 cm plus 2 × 10 cm plus 2 cm, also 62 cm. Die Papierlänge ergibt sich aus 30 cm plus zweimal 7,5 cm, also 45 cm. Ein Zuschnitt von 62 × 45 cm passt damit ohne Rest.
Ohne Maßband geht es auch direkt am Papier: Das Geschenk auf die ausgerollte Bahn legen und einmal vollständig abrollen. Die Stelle, an der sich die Papierkante mit dem Anfang überlappt, markiert den Schnitt. Für die Stirnseiten wird an beiden Enden so viel stehen gelassen, dass das Papier dort etwa drei Viertel der Höhe hinaufreicht.
Ein eckiges Geschenk einschlagen
Die klassische Form geht von einem Quader aus. Die folgenden sieben Schritte führen zu geraden Kanten und einer Oberseite ohne sichtbare Klebestellen.
- 1Das Papier mit der Musterseite nach unten auslegen und glatt streichen. Das Geschenk mittig darauf legen, die schönste Seite nach unten.
- 2Die erste lange Papierkante über das Geschenk ziehen und unter Spannung halten. Ein Klebestreifen in der Mitte fixiert sie vorläufig.
- 3Die zweite Kante rund 1 cm nach innen umschlagen, sodass eine saubere Bruchkante entsteht. Diese Kante über die erste legen und mit doppelseitigem Klebeband schließen.
- 4Zu einer Stirnseite wechseln. Das obere Papier nach unten drücken, sodass es flach an der Stirnfläche anliegt und links und rechts zwei Dreiecke entstehen.
- 5Die beiden Dreiecke nacheinander nach innen falten und dabei fest an die Stirnfläche drücken. Die Falten verlaufen von der Oberkante schräg zur Unterkante.
- 6Die verbleibende untere Lasche nach oben klappen, die Kante vorher 1 cm umschlagen und mit einem Streifen fixieren.
- 7Die zweite Stirnseite genauso schließen. Zum Schluss alle Kanten mit dem Daumennagel nachziehen.
An Schritt 4 zeigt sich, ob die Ecken halten. Wird das Papier an der Stirnseite nicht flach angedrückt, bevor die Dreiecke gefaltet werden, laufen die Falten schief und die Ecken stehen ab. Bei sehr flachen Geschenken unter 3 cm Höhe fallen die Dreiecke klein aus. Hier hilft ein etwas großzügigerer Zuschnitt an den Stirnseiten, damit die Lasche weit genug über die Oberkante reicht.
Runde Geschenke und Flaschen
Bei Zylindern führt die klassische Technik nicht weiter, weil sich das Papier an den runden Stirnflächen staucht. Zwei Techniken lösen das.
Die Bonbon-Form
Das Papier großzügig zuschneiden, sodass es an beiden Enden deutlich über das Geschenk hinausragt. Um den Zylinder wickeln und längs verkleben. Links und rechts bleiben zwei offene Papierrollen stehen. Diese mit Band abbinden und die überstehenden Enden fächerförmig aufstellen. Für Flaschen, Kerzen und Dosen ist das die schnellste Lösung.
Die gefaltete Rosette
Das Papier reicht hier nur so weit über die Stirnfläche hinaus, wie der Radius groß ist. Nach dem Umwickeln die überstehenden Papierlaschen nacheinander zur Mitte der Kreisfläche falten, jede Lasche überlappt die vorherige leicht. Es entsteht ein geschlossener Kreis, den zum Schluss ein runder Aufkleber oder ein Anhänger hält. Diese Form wirkt ruhiger und trägt weniger auf, verlangt aber etwas Geduld.
Für Wein und Spirituosen führt der Weg ohnehin über eine feste Hülle, sobald das Geschenk transportiert wird. Flaschen-Versandkartons nehmen die Flasche in einem Einsatz auf und lassen sich anschließend wie ein normaler Quader einschlagen.
Unförmige Geschenke in Form bringen
Ein Schal, ein Plüschtier oder ein Werkzeugset haben keine Fläche, an der sich Papier ausrichten ließe. Jeder Versuch, sie direkt einzuschlagen, endet in Wülsten. Drei Wege führen zum Ziel.
- In eine Schachtel legen: Der einfachste Weg. Das Geschenk kommt in einen passenden Karton, anschließend greift die Anleitung für eckige Formen. Bei Textilien genügt eine flache Schachtel, bei sperrigen Teilen ein Karton mit etwas Luft, die mit Seidenpapier gefüllt wird.
- In eine Tüte stellen: Papiertüten mit Kordel nehmen auch Unregelmäßiges auf. Ein Bogen Seidenpapier obenauf verdeckt den Inhalt.
- Frei einwickeln und abbinden: Das Geschenk wird in einen großen Bogen gelegt, das Papier über der Mitte zusammengeführt und mit Band abgebunden. Die Form bleibt sichtbar, was bei manchen Geschenken gewollt ist.
Bei weichen Geschenken hilft ein Zwischenschritt: Das Teil wird zunächst in Seidenpapier eingeschlagen und dadurch in Form gebracht. Erst dieses Päckchen kommt in das Geschenkpapier. Auf diese Weise entstehen gerade Kanten, wo vorher keine waren.
Geschenke für den Versand verpacken
Ein verpacktes Geschenk ist noch nicht versandfertig. Geschenkpapier ist für den Versand nicht ausgelegt, es reißt in den Sortieranlagen, und Bänder verhaken sich in den Förderstrecken. Der Versand baut sich deshalb aus zwei Ebenen und einem Verschluss auf.
- 1Die innere Ebene ist das eingeschlagene Geschenk. Bänder werden flach angelegt oder erst beiliegend mitgeschickt.
- 2Die äußere Ebene ist ein Versandkarton, der an allen Seiten 3 bis 5 cm Luft lässt. Dieser Hohlraum wird mit Polstermaterial gefüllt, sodass das Geschenk beim Schütteln nicht wandert.
- 3Der Karton wird mit der H-Methode verklebt, also längs über die Mittelnaht und quer über beide Stirnkanten. Das Adressfeld gehört auf die größte freie Fläche.
Welcher Karton dafür passt, hängt vom Außenmaß des eingeschlagenen Geschenks ab. Die Auswahl nach Länge, Breite und Höhe beschreibt der Beitrag Die richtige Kartongröße finden. Wie viel Polstermaterial der verbleibende Hohlraum aufnimmt, lässt sich über das Kartonvolumen abschätzen.
Beim Material lohnt ein eigener Blick. Welche Papiere, Bänder und Alternativen sich ohne Verlust an Wirkung einsetzen lassen, behandelt der Beitrag Geschenke nachhaltig verpacken.
Papier und Bänder bieten keinen Schutz gegen Feuchtigkeit. Sobald ein Paket im Freien abgestellt wird, zieht Geschenkpapier Wasser und färbt ab. Ein Schutzbeutel um das eingeschlagene Geschenk verhindert das. Weitere Maßnahmen beschreibt der Beitrag Pakete vor Feuchtigkeit schützen.
Passende Produkte
Unförmige Geschenke bekommen in flachen Kartons und Faltschachteln eine Form, Bücher und Bildbände in den passgenauen Buchverpackungen. SizzlePak und Verpackungschips füllen den Hohlraum im Versandkarton, Packpapier bringt weiche Geschenke vor dem Einschlagen in Form. Zum Verschließen des Versandkartons stehen Klebebänder in verschiedenen Breiten bereit.
Häufige Fragen zum Verpacken von Geschenken
Wie viel Geschenkpapier wird gebraucht?
Als Faustformel gilt: einmal um das Geschenk herum plus 2 cm Überlappung, und an jeder Stirnseite drei Viertel der Höhe. Ohne Maßband geht es genauso: Das Geschenk auf die ausgerollte Bahn legen, einmal abrollen und dort schneiden, wo sich die Kanten überlappen.
Wie werden die Ecken sauber gefaltet?
Das Papier an der Stirnseite zuerst flach nach unten drücken, dann erst die seitlichen Dreiecke falten. So verlaufen die Falten gleichmäßig schräg von der Oberkante zur Unterkante. Anschließend jede Kante mit dem Daumennagel nachziehen, damit sie stehen bleibt.
Wie lässt sich eine Flasche verpacken?
Für Zylinder eignet sich die Bonbon-Form: Das Papier wird großzügig zugeschnitten, um die Flasche gewickelt, längs verklebt und an beiden Enden mit Band abgebunden. Soll die Flasche verschickt werden, kommt sie vorher in einen Flaschen-Versandkarton mit Einsatz, der sich anschließend wie ein Quader einschlagen lässt.
Wie werden unförmige Geschenke verpackt?
Sie kommen zuerst in eine Schachtel oder eine Papiertüte. Alternativ werden sie in Seidenpapier eingeschlagen, wodurch sie eine Form bekommen, und dieses Päckchen wird anschließend in Geschenkpapier gewickelt. Direkt eingeschlagen entstehen an unförmigen Teilen Wülste.
Kann ein verpacktes Geschenk direkt verschickt werden?
Nein. Das eingeschlagene Geschenk braucht einen Versandkarton um sich herum, weil Papier und Bänder die Sortieranlagen nicht überstehen. Zwischen Geschenk und Kartonwand gehören 3 bis 5 cm Polster, sonst wandert der Inhalt.
Welches Klebeband eignet sich für Geschenkpapier?
Doppelseitige Klebestreifen bleiben unsichtbar und eignen sich für die sichtbare Längskante. Einseitiges Klebeband geht schneller und genügt an den Stirnseiten, wo die Klebestellen später ohnehin unter den Falten liegen. Auf rauem oder stark strukturiertem Papier hält Klebeband mit stärkerer Haftung besser.