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Anschriftenfeld im Geschäftsbrief nach DIN 5008
Das Anschriftenfeld ist der Bereich eines Geschäftsbriefs, in dem die Empfängeranschrift steht und der im Fenster eines Fensterbriefumschlags sichtbar wird. Die DIN 5008 legt seine Maße, seine Position auf dem Blatt und die Reihenfolge der Angaben fest. Gebräuchlich sind auch die Bezeichnungen Anschriftfeld und Adressfeld.
Aufbau des Anschriftenfelds im Geschäftsbrief
Das Anschriftenfeld besteht aus zwei übereinanderliegenden Zonen mit unterschiedlicher Funktion. Oben steht die Zusatz- und Vermerkzone, darunter die Anschriftzone. Beide Zonen bilden zusammen ein Feld von 85 mm Breite und 45 mm Höhe.
| Zone | Höhe | Zeilen | Inhalt |
|---|---|---|---|
| Zusatz- und Vermerkzone | 17,7 mm | 5 | Rücksendeangabe, Sendungs- und Vorausverfügungsvermerke |
| Anschriftzone | 27,3 mm | 6 | Empfängerbezeichnung, Straße oder Postfach, Ort |
Mit der Überarbeitung der DIN 5008 im Jahr 2020 wurde die Rücksendeangabe fest in die Zusatz- und Vermerkzone aufgenommen. Die frühere Variante ohne Rücksendeangabe entfiel damit. Ältere Quellen nennen deshalb teilweise abweichende Werte, etwa eine Feldhöhe von 40 mm bei neun Zeilen.
Position auf dem Briefbogen nach DIN 5008
Die DIN 5008 kennt zwei Briefbogenformen für den Geschäftsbrief, die sich in der Höhe des Briefkopfs und damit im Abstand des Anschriftenfelds zur oberen Blattkante unterscheiden.
- Form A: Briefkopfhöhe 27 mm. Das Anschriftenfeld beginnt in einem Abstand von 27 mm zur oberen Blattkante, die Anschriftzone bei 44,7 mm. Diese Form eignet sich für einen knappen Briefkopf.
- Form B: Briefkopfhöhe 45 mm. Der Abstand zur oberen Blattkante beträgt hier 45 mm, die Anschriftzone beginnt bei 62,7 mm. Form B bietet mehr Raum für Logo und Absenderangaben und ist in der Praxis verbreiteter.
Der Abstand zum linken Blattrand beträgt 20 mm. Die Beschriftung selbst beginnt mit einem Abstand von 25 mm und steht damit bündig mit dem übrigen Textblock des Geschäftsbriefs. Beide Formen lassen sich im Fensterumschlag versenden. Entscheidend ist, dass Form und Faltung zusammenpassen, damit die Anschrift vollständig im Fenster erscheint. Dabei helfen die Falzmarken auf dem Briefbogen. Eine Übersicht der Umschlagformate bietet der Beitrag zu Briefumschlag-Formaten und -Größen.
Die Zusatz- und Vermerkzone
Die obere Zone nimmt Angaben auf, die sich auf die Sendung selbst beziehen. Beschriftet wird sie von unten nach oben, damit ein direkter Anschluss an die Anschriftzone entsteht.
- 1Rücksendeangabe: Absenderangabe in einer Zeile und kleiner Schrift, meist in der obersten Zeile der Zone.
- 2Sendungsvermerke: Angaben zur Versandart wie Einschreiben, Büchersendung oder Warensendung.
- 3Vorausverfügungen: Anweisungen an den Zusteller für den Fall, dass der Empfänger nicht erreichbar ist.
- 4Persönliche Vermerke: Hinweise wie „Persönlich“ oder „Vertraulich“.
Für diese Zone sieht die DIN 5008 eine Schriftgröße von 8 pt vor, im Ausnahmefall 6 pt. In der Anschriftzone darunter sind mindestens 8 pt vorgesehen, empfohlen werden 10 pt. Unterhalb von 10 pt empfiehlt sich eine serifenlose Schrift wie Arial, Calibri oder Helvetica, weil sie in kleiner Größe besser lesbar bleibt und von Lesemaschinen zuverlässiger erkannt wird.
Reicht der Platz in einer Zone nicht aus, lässt sich die gedachte Trennlinie zwischen den Zonen verschieben. Ungenutzte Zeilen der Zusatz- und Vermerkzone stehen dann der Anschriftzone zur Verfügung und umgekehrt. Die Gesamthöhe von 45 mm bleibt dabei unverändert. Ist die Rücksendeangabe zu lang, wird sie zunächst durch Abkürzungen gekürzt, bevor die Schriftgröße reduziert wird, denn sie muss einzeilig bleiben.
Die Anschriftzone und ihre Reihenfolge
Die Anschriftzone enthält die eigentliche Empfängeranschrift. Die Reihenfolge der Angaben ist festgelegt und verläuft vom Allgemeinen zum Speziellen.
- Zeile 1: Anrede „Herrn“ oder „Frau“, bei Unternehmen entfällt sie.
- Zeile 2: Vorname und Nachname, bei Unternehmen der Firmenname mit Rechtsform.
- Zeile 3: Zusätze wie Abteilung, Ansprechpartner oder c/o-Angabe.
- Zeile 4: Straße und Hausnummer oder Postfach mit Nummer.
- Zeile 5: Postleitzahl und Bestimmungsort, getrennt durch ein Leerzeichen.
Akademische Grade wie Dr. oder Prof. stehen unmittelbar vor dem Namen und zählen als Namensbestandteil. Bachelor- und Mastergrade bilden die Ausnahme: Sie werden dem Namen nachgestellt, etwa in der Form Stefan Schulze B. A. oder Maria Wendt M. Sc. Berufs- und Amtsbezeichnungen erhalten eine eigene Zeile über dem Namen. Innerhalb des gesamten Anschriftenfelds bleiben Leerzeilen ausgeschlossen, auch am Übergang zwischen den beiden Zonen.
Für die Straßenzeile gelten eigene Schreibweisen. Zusammengesetzte Hausnummern lassen sich wahlweise mit einem Bis-Strich schreiben, der von je einem Leerzeichen umschlossen ist, oder mit Schrägstrich ohne Leerzeichen, etwa Musterstraße 22/24. Ein Buchstabenzusatz wird durch ein Leerzeichen abgesetzt, etwa Neustraße 12 a. Gehört zur Adresse ein Ortsteil einer Gemeinde, steht er mit der Abkürzung OT in der Zeile über der Straße. Bei Stadtbezirken großer Städte entfällt die Angabe, dort genügt die Postleitzahl. Postfachnummern werden von rechts zweistellig gegliedert, also Postfach 1 23 45.
Auslandsanschriften
Bei Sendungen ins Ausland gelten ergänzende Regeln, die eine maschinelle Verarbeitung im Bestimmungsland ermöglichen.
- Der Bestimmungsort wird in Großbuchstaben geschrieben, möglichst in der Sprache des Ziellandes. Für Florenz steht dort also FIRENZE, für Mailand MILANO.
- Das Bestimmungsland steht in der letzten Zeile, ebenfalls in Großbuchstaben und in deutscher Sprache.
- Länderkennzeichen vor der Postleitzahl entfallen. Die früher übliche Schreibweise mit vorangestelltem Landeskürzel gilt als überholt.
- Die im Zielland übliche Reihenfolge von Straße und Hausnummer wird übernommen.
Musteranschriften
Die folgenden Beispiele zeigen die Anwendung der Regeln der DIN 5008 auf typische Empfängerkonstellationen. Die Zeilenfolge entspricht jeweils der Anschriftzone. Jedes Beispiel lässt sich unverändert in einen Geschäftsbrief übernehmen.
| Fall | Anschrift |
|---|---|
| Privatperson | Frau Karin Müller Hauptstraße 12 10247 Berlin |
| Firma mit Ansprechpartner | Muster GmbH Abteilung Einkauf Herrn Peter Berger Musterstraße 22/24 12345 Musterstadt |
| Akademischer Grad | Herrn Prof. Dr. Michael Ferber Am Steinberg 11 01326 Dresden |
| Mastergrad | Frau Maria Wendt M. Sc. Nebengasse 2 22850 Norderstedt |
| Postfach | Handelsgenossenschaft Meier Postfach 9 87 65 12345 Neudorf |
| Ortsteil | Frau Lina Grün OT Kleinjena Weinbergstraße 4 06618 Naumburg |
| Untermiete | Herrn Max Rieger bei Sieglinde Dieter Nebenstraße 1 99999 Musterstadt |
| Eheleute | Frau und Herrn Sabine und Michael Meyer Lindenweg 8 10247 Berlin |
| Ausland | Lavazzoni S. p. a. Signora Maria Bellini Via Puglia 21 50122 FIRENZE ITALIEN |
Ein vollständig ausgefülltes Anschriftenfeld beginnt oberhalb der Anschriftzone mit den Angaben zur Sendung. Von oben nach unten stehen dort zuerst die einzeilige Rücksendeangabe, darunter eine mögliche Vorausverfügung und unmittelbar über der Anschrift der Sendungsvermerk. Ein Beispiel: „Jedöns Verlag, Heinz-Müller-Straße 2, 12345 Köln", darunter „Wenn unzustellbar, bitte mit neuer Anschrift zurück", darunter „Büchersendung", darauf folgt ohne Leerzeile die Anschriftzone.
Gestaltungsregeln der DIN 5008
Das Anschriftenfeld dient der maschinellen Lesung durch die Sortieranlagen der Zustelldienste. Daraus ergeben sich mehrere formale Anforderungen der DIN 5008.
- Hervorhebungen durch Fettdruck, Unterstreichung oder Sperrschrift sind im Anschriftenfeld unzulässig.
- Die Anschrift wird linksbündig gesetzt, ohne Einrückungen und ohne Blocksatz.
- Zwischen Schrift und Papier besteht ein deutlicher Kontrast, farbige Hintergründe im Fensterbereich sind unzulässig.
- Falzmarken erleichtern das maßgenaue Falten für den Fensterumschlag. Bei Form A liegen sie bei 87 mm und 192 mm, bei Form B bei 105 mm und 210 mm. Die Lochmarke sitzt in beiden Formen bei 148,5 mm.
- Der Informationsblock mit Datum und Zeichen steht rechts neben dem Anschriftenfeld und überlagert es nicht.
Die Anwendung der DIN 5008 ist freiwillig. Verbindlich wird sie erst durch Ausbildungsordnungen, Verträge oder interne Vorgaben. Die Angaben beziehen sich auf die Fassung von 2020, spätere Änderungen sind möglich.
Passende Produkte
Wird die Anschrift auf ein Etikett gedruckt statt in den Briefbogen gesetzt, gelten dieselben Anforderungen an Lesbarkeit und Position. Hinweise dazu gibt der Beitrag zum Drucken von Adressaufklebern und Etiketten. Für Begleitpapiere an Paketen eignen sich Lieferscheintaschen, für den Versand flacher Dokumente Großbriefkartons.