Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zum Menü springen

Lexikon

Frankierung: Bedeutung, Wege und Portostufen

Frankierung bezeichnet die Entrichtung des Portos für eine Postsendung vor deren Beförderung. Frankieren bezeichnet die entsprechende Handlung, also das Anbringen des Zahlungsnachweises auf der Sendung. Gleichbedeutend wird der Begriff Freimachung verwendet.

Herkunft und Bedeutung des Begriffs

Das Wort geht auf das ältere deutsche Adjektiv „frank“ zurück, das so viel wie frei oder offen bedeutete. Eine frankierte Sendung ist damit eine freigemachte Sendung, deren Beförderungsentgelt bereits beglichen wurde. Der Empfänger muss beim Erhalt nichts zuzahlen.

Historisch war das keineswegs selbstverständlich. In den Anfängen des Postwesens zahlte häufig der Empfänger bei Zustellung. Mit der Einführung der Briefmarke im 19. Jahrhundert verlagerte sich die Zahlung auf den Absender, was den Versand vereinfachte und die Grundlage für den heutigen Massenbriefverkehr schuf.

Wege der Frankierung

Für die Freimachung stehen mehrere Verfahren zur Verfügung, die sich in Aufwand, Kosten und Eignung für bestimmte Sendungsmengen unterscheiden.

  • Briefmarke: Die klassische Form. Die Freimarke wird aufgeklebt und im Briefzentrum entwertet. Mehrere Marken lassen sich zu einem Wert kombinieren.
  • Internetmarke: Das Porto wird online bezahlt und als Code mit Datamatrix ausgedruckt oder auf ein Etikett übertragen. Einzelheiten dazu erklärt der Eintrag zur Online-Frankierung.
  • Mobile Briefmarke: Ein per App erworbener achtstelliger Code aus Buchstaben und Ziffern. Er wird handschriftlich auf den Umschlag geschrieben, in der ersten Zeile das Kennwort #PORTO und darunter der Code. Ein Drucker wird dafür nicht benötigt.
  • Frankiermaschine: Für Unternehmen mit regelmäßigem Briefaufkommen. Die Maschine druckt den Freimachungsvermerk direkt auf den Umschlag und rechnet über ein Portoguthaben ab. Neben dem Wertaufdruck lassen sich Absenderangaben und ein Werbeklischee mit Firmenlogo mitdrucken.
  • Freimachungsvermerk im Druck: Bei Massensendungen wird der Vermerk gleich mitgedruckt. Voraussetzung ist eine Vereinbarung mit dem Zustelldienst, etwa im Rahmen der Lizenzfreiheit.
  • Barfreimachung: Die Entrichtung des Entgelts in bar bei der Einlieferung größerer Mengen, beschrieben im Eintrag zur Barfreimachung.

Die richtige Portostufe bestimmen

Die Höhe des Portos richtet sich bei Briefsendungen nach Format und Gewicht. Die Deutsche Post unterscheidet vier Briefformate mit jeweils eigenen Maximalmaßen.

Format Maximalmaß Höchstgewicht
Standardbrief 235 × 125 × 5 mm 20 g
Kompaktbrief 235 × 125 × 10 mm 50 g
Großbrief 353 × 250 × 20 mm 500 g
Maxibrief 353 × 250 × 50 mm 1.000 g

Maßgeblich ist immer die ungünstigste Eigenschaft. Ein leichter Umschlag mit einer dickeren Beilage rutscht allein wegen der Höhe in die nächste Stufe. Ausführliche Angaben zu Maßen und Porto enthält der Beitrag zum Großbrief. Für Sendungen mit Waren oder Büchern gelten eigene Produkte, die der Beitrag zur Bücher- und Warensendung beschreibt.

Briefmarke richtig anbringen

Für die maschinelle Verarbeitung ist die Position der Freimachung festgelegt. Die Marke gehört in die obere rechte Ecke der Vorderseite. Werden mehrere Marken verwendet, stehen sie nebeneinander oder untereinander in diesem Bereich, ohne sich zu überlappen und ohne die Anschrift zu berühren.

  • Die Marke liegt plan auf und ist vollflächig verklebt, damit sie im Sortierlauf nicht abreißt.
  • Bereits gestempelte oder ungültige Marken werden nicht anerkannt. Selbst gestaltete Marken sind nur im Rahmen der offiziellen Angebote zulässig.
  • Bei gepolsterten Umschlägen ist auf eine glatte Klebefläche zu achten, da die Marke auf unebenem Material schlechter haftet.
  • Der Bereich für die Freimachung bleibt frei von Aufdrucken, Stempeln und Klebeband.

Folgen einer falschen Frankierung

Ist eine Sendung zu niedrig freigemacht, geht sie im Regelfall an den Absender zurück, damit dieser sie nachfrankieren kann. Voraussetzung dafür ist eine lesbare Absenderangabe auf der Außenseite. Fehlt diese oder sprechen betriebliche Gründe gegen die Rückleitung, wird die Sendung dem Empfänger gegen Nachentgelt angeboten. Dieses besteht aus dem fehlenden Portobetrag und einem Einziehungsentgelt und wird auch als Nachporto bezeichnet. Verweigert der Empfänger die Annahme, bleibt der Absender zur Zahlung verpflichtet.

Bei zu hoher Frankierung erfolgt keine Erstattung. Der überzahlte Betrag verfällt. Bei ungültiger Freimachung, etwa durch bereits entwertete Marken, behandelt der Zustelldienst die Sendung wie eine unfreie Sendung. Wer regelmäßig größere Mengen versendet, vermeidet solche Fälle durch maschinelle Freimachung mit automatischer Portoermittlung.

Sonderfälle der Freimachung

Von der Frankierpflicht des Absenders gibt es Ausnahmen. Umschläge mit dem Aufdruck „Bitte freimachen, falls Briefmarke zur Hand“, „Werbeantwort“ oder „Entgelt zahlt Empfänger“ beruhen auf einer Vereinbarung zwischen Empfänger und Zustelldienst. Der Empfänger trägt das Porto für eingehende Antwortsendungen. Nach demselben Prinzip arbeiten Retourenlabels, die einer Warensendung beiliegen.

Für Sendungen ins Ausland gelten eigene Preisstufen, die über den nationalen liegen und sich nach Zielland und Zone richten. Die Formatgrenzen entsprechen weitgehend den nationalen, die Zuordnung erfolgt jedoch getrennt. Bei Warensendungen in Länder außerhalb der Europäischen Union kommen eine Zollinhaltserklärung und weitere Begleitpapiere hinzu.

Ein dritter Weg führt ganz an der eigenen Frankierung vorbei: Bei der Briefkonsolidierung übergibt der Absender seine Post unfrankiert, und der Dienstleister übernimmt die Freimachung.

Frankierung von Paketen

Bei Paketen tritt an die Stelle der Briefmarke ein Versandlabel mit Barcode. Es wird online erstellt und bezahlt, anschließend ausgedruckt und auf das Paket geklebt oder in eine Dokumententasche gesteckt. Alternativ erstellen Filialen und Paketshops das Label vor Ort.

Das Label muss vollständig sichtbar und faltenfrei aufgebracht sein, damit der Barcode gelesen werden kann. Es gehört auf die größte ebene Fläche und nicht über Kanten oder Klebebandnähte. Praktische Hinweise dazu gibt der Beitrag zum Beschriften von Paketen. Die Preisstufe richtet sich bei Paketen nach Gewicht und Maßen, teilweise zusätzlich nach dem Volumengewicht.

Passende Produkte

Die Portostufe hängt unmittelbar von den Maßen der Verpackung ab. Wer knapp unter einer Grenze bleiben möchte, findet passende Formate bei den Großbriefkartons und den Maxibriefkartons. Für flache Sendungen bis 20 mm Höhe eignen sich zusätzlich Versandtaschen aus Wellpappe.

Versand-Verpackungen ansehen

Häufige Fragen zur Frankierung

Frankieren bedeutet, das Beförderungsentgelt für eine Sendung vor dem Versand zu bezahlen und dies auf der Sendung nachzuweisen. Der Nachweis erfolgt durch eine Briefmarke, einen aufgedruckten Code, einen Maschinenstempel oder einen Freimachungsvermerk. Der Empfänger zahlt dann nichts mehr.
Eine Briefmarke ist auf solchen Umschlägen zulässig, aber nicht erforderlich. Der Empfänger hat mit dem Zustelldienst vereinbart, das Entgelt für eingehende Antwortsendungen selbst zu tragen. Der Zusatz „falls Briefmarke zur Hand“ ist als Bitte zu verstehen, die den Empfänger entlastet.
Nachporto oder Nachentgelt bezeichnet den Betrag, der bei einer unzureichend freigemachten Sendung nacherhoben wird. Er setzt sich aus dem fehlenden Porto und einem Einziehungsentgelt zusammen. Erhoben wird er beim Empfänger, wenn die Sendung nicht an den Absender zurückgeleitet werden kann.
Eine Erstattung findet bei überzahltem Porto nicht statt. Der Differenzbetrag verfällt mit der Beförderung. Bei regelmäßigem Versand ist die genaue Ermittlung der Portostufe über Gewicht und Maße der Sendung deshalb üblich.
Briefmarken der Deutschen Post behalten ihren aufgedruckten Wert dauerhaft. Steigt das Porto, lassen sich ältere Marken durch Ergänzungsmarken auf den aktuellen Betrag aufstocken. Marken ohne Matrixcode wurden im Zuge der Umstellung nur befristet weiter angenommen.
Eine Frankiermaschine rechnet sich ab einem regelmäßigen Briefaufkommen, weil sie das Porto automatisch ermittelt, Rabatte auf maschinell freigemachte Sendungen ermöglicht und den Zeitaufwand im Postausgang senkt. Bei geringen Mengen bleibt die Online-Frankierung meist wirtschaftlicher.