Lexikon
Freimarke
Freimarke bezeichnet die klassische Briefmarke, mit der das Porto für eine Postsendung im Voraus bezahlt wird. Sie ist die älteste und am weitesten verbreitete Form der Freimachung; umgangssprachlich wird die Freimarke schlicht Briefmarke genannt.
Herkunft und Bedeutung des Begriffs
Der Begriff Freimarke leitet sich vom „Freimachen" einer Sendung ab, also vom Bezahlen des Portos vor dem Versand. Die aufgeklebte Marke belegt gegenüber dem Postdienstleister, dass das Entgelt für den Transport entrichtet wurde. Vor Einführung der Briefmarke trug in der Regel der Empfänger die Kosten einer Sendung; mit der ersten Freimarke, der 1840 in Großbritannien ausgegebenen „Penny Black", verlagerte sich die Zahlung auf den Absender.
Im deutschsprachigen Raum erschien 1849 in Bayern mit dem „Schwarzen Einser" die erste Freimarke. Seither dient sie als standardisierter Nachweis der Freimachung und ist zum vertrauten Bestandteil des Briefverkehrs geworden. Der amtliche Ausdruck Freimarke grenzt die klassische Marke dabei von anderen Markenarten wie der Dienst- oder Portomarke ab.
Arten von Freimarken
Innerhalb der Freimarken lassen sich mehrere Untergruppen unterscheiden, die sich in Ausgabeanlass und Verwendung unterscheiden:
- Dauermarken: Marken, die über einen längeren Zeitraum in gleichbleibendem Motiv erscheinen und den regulären Portobedarf abdecken.
- Sondermarken: Zeitlich begrenzt ausgegebene Marken zu bestimmten Anlässen oder Themen, oft mit wechselnden Motiven.
- Automatenmarken: An Automaten mit variabel aufgedrucktem Wert erhältliche Marken, die den benötigten Portobetrag punktgenau abbilden.
Alle drei Arten erfüllen denselben Zweck: Sie weisen das entrichtete Porto aus und werden auf die Sendung geklebt, damit diese befördert wird.
Verwendung und Freimachung
Eine Freimarke wird auf die Vorderseite der Sendung geklebt, üblicherweise oben rechts. Der aufgedruckte Wert muss dem Porto entsprechen, das sich nach Format und Gewicht der Sendung richtet. Freimarken kommen bei allen gängigen Briefformaten sowie bei Postkarten und kleinen Warensendungen zum Einsatz:
- Briefe: vom Standardbrief bis zum Maxibrief, je nach Maßen und Gewicht mit passendem Markenwert.
- Postkarten: mit dem für Karten vorgesehenen Porto.
- Kleine Warensendungen: etwa Päckchen im Briefformat, sofern das Format es zulässt.
Reicht der Wert einer einzelnen Marke nicht aus, lassen sich mehrere Freimarken kombinieren, bis der geforderte Portobetrag erreicht ist.
Freimarke und andere Formen der Freimachung
Die Freimarke ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, eine Sendung freizumachen. Für Privatkunden und Unternehmen stehen daneben digitale und maschinelle Verfahren bereit, die je nach Sendungsaufkommen praktischer sein können:
- Internetmarke: ein am Rechner erzeugtes und ausgedrucktes Porto, das die klassische Marke ersetzt. Näheres dazu erläutert der Eintrag zur Online-Frankierung.
- Freistempler: ein Abdruck einer Frankiermaschine, der vor allem bei größeren Mengen im geschäftlichen Versand genutzt wird.
- Digitale Freimachung: vereinbarte Verfahren für Geschäftskunden mit hohem Sendungsaufkommen.
Alle Verfahren belegen die Bezahlung des Portos. Die Freimarke bleibt dabei die einfachste Variante für den gelegentlichen Versand einzelner Sendungen.
Freimarken als Sammelobjekt
Über ihre Funktion als Portonachweis hinaus sind Freimarken ein verbreitetes Sammelgebiet. Die Philatelie befasst sich mit dem Sammeln und Erforschen von Briefmarken, wobei besonders Sondermarken und ältere Ausgaben gefragt sind. Motiv, Erhaltungszustand und Seltenheit bestimmen den Sammlerwert einer Marke, der vom aufgedruckten Portowert deutlich abweichen kann.
Portowerte, verfügbare Markenausgaben und Freimachungsverfahren legen die jeweiligen Postdienstleister fest und ändern sich regelmäßig. Die Angaben dienen der allgemeinen Einordnung und ersetzen keine aktuelle Auskunft des gewählten Anbieters.
Passende Produkte
Ob eine Sendung mit Freimarke oder digital freigemacht wird, ändert nichts an den Anforderungen an die Verpackung: Der Inhalt braucht einen stabilen, formatgerechten Schutz für den Postweg. Passende Bauformen finden sich bei den Maxibriefkartons sowie in der Kategorie Versand-Verpackungen.
- Maxibriefkartons für flache, portooptimierte Sendungen im Briefformat.
- Kartons und Faltschachteln für Warensendungen, die über das Briefformat hinausgehen.